« Maltz im Akira | Home | vorwärts die zeit… »
2008
By Der Spangenmensch | Mai 29, 2008
Die wirklich unglaublichen Trips hat man nur im Kopf.
Das soll jetzt kein Aufruf zu Drogenkonsum sein, noch meine ich damit, dass das reale Leben langweilig ist. Ich will damit nur sagen, dass unsere Phantasie einfach grenzenlos ist.
Also hab ich mich gestern aufgemacht den Geist unserer Subkultur, der Wiener Studenten, zu erfassen. Und bis auf wenige Ausnahmen bin ich enttäuscht worden.
Mit einer Dose Wieselburger habe ich mich auf den Weg gemacht. Verdammtes Dosenbier. Und jeder trinkt es. Da können die Studenten noch so grün/link sein, wenns ums Geld geht, sind wir alle Kapitalisten…
Um 11 Uhr waren wir dann beim Türkenschanzpark. Eine einzige Masse aus dunklen Gestalten bewegt sich im fahlen Licht der spärlich gesäten Straßenlaternen wie schwarzes Öl. Man kommt dagegen nicht an. Da kann man noch so ein Individualist sein. Ein Strom aus Öl zieht einen eben stärker mit, als ein Wasserstrom. Wobei es nicht wirklich die Stärke ist, sonderen einfach die Zähigkeit. Demnach wird man viel weniger mitgerissen, sondern man bleibt stehen. Klebt fest am Untergrund. Und der Hauch von Festival-Stimmung, der aufkommt, wird sehr rasch im Keim erstickt. Um 11 Uhr abends ist Schluss. Aus. Die Veranstalter packen zusammen. Der Würstelstand daneben wird überflutet. Und die “Aftershow-Party” im eigens dafür vorgesehenen keine-Ahnung-was-für-ein-Raum ist heillos überfüllt.
Ich frage mich was ich hier mache. Ich sehe in leere Gesichter, und ich weiß, dass diese mich ansehenden leeren Gesichter genauso ins Nichts blicken. Trostlos. Hier herrscht keine Liebe. Hier entsteht keine Gemeinschaft. Die vereinzelten, versteckten, netten Botschaften werden durch die reizübeflutete Wahrnehmung übersehen.
Durch die Medien sind wir uns unserer Instinkte beraubt worden. Kein Mensch beschäftigt sich mehr mit sich selbst. Kein Mensch entwickelt ein Selbstbewusstsein. Und somit sind wir nur die Hüllen von uns selbst, die da anwesend sind. Und unser wahres ich wurde schon vor langer Zeit zu Grabe getragen. Reanimation = hoffnungslos.
Ich wage mich bis zu den Abgründen und gehe weiter. Durch Wien. Quer durch Wien. Vom äußersten Nordwesten im 18. Bezirk befinde ich mich auf Einmal im 11. Bezirk am Enkplatz. Hab keine Ahnung, wie ich dort hingekommen bin. Die Straßen leer. Ausgestorben. Bis auf das hektische Getummel der Taxi-Fahrer kein Lebenszeichen. Einschläfernd.
Ich bin am Ende, aber nicht am Ziel.
Topics: blablabla..., fortgehen |




















