bedeutungsschwanger…
  • Archiv

  • Kategorien

  • Epitaph for my heart kloputzer (PixUp) Cold War Kids Cold War Kids Cold War Kids Cold War Kids Cold War Kids Cold War Kids Cold War Kids Cold War Kids Cold War Kids Cold War Kids Cold War Kids Cold War Kids Cold War Kids Cold War Kids Cold War Kids Cold War Kids mein Hund, zumindest ein Teil davon!;) (PixUp) da sind meine schlapfen! (PixUp)
  • « Angst! | Home | T E L E V I S I O N »

    Bleib auf dem rechten Weg!

    By Der Spangenmensch | Juli 15, 2008

    Tja! Da wären wir wieder.
    Ich weiß, es wird hier Einigen missfallen, dass ich heute wieder etwas schreibe, hab ich doch erst gestern recht fantasiereich meinen Senf dazugegeben. Aber was mir heute widerfahren ist, muss aus mir raus.

    Es war Nachmittag. So gegen 5 Uhr. Ich kam gerade vom Weinkeller nach getaner Arbeit nach Hause und hatte noch ein wenig Zeit, da ich erst um dreiviertl 7 zur Theaterprobe fahren musste. Ich dachte mir, jetzt könnte sich doch noch eine kleine Jogging-Runde ins Nachbardorf ausgehen, wenn ich um 6 wieder zu Hause wär, würde noch genug Zeit sein, um zu Essen und mich herzurichten. Also lief ich los. Und ich muss ehrlich sagen, es lief wirklich toll. Goldfrapp im MP3-Player drinnen und das Tempo stimmte auch, schließlich wollte ich doch rechtzeitig nach Hause kommen. Kurz bevor ich im Nachbarort ankam, wo ich immer umzudrehen Pflege, kam mir ein Pärchen entgegen, das gerade Spazieren war. Erst als mich der Mann anlachte, merkte ich, dass ich mein eher unpassendes “Held der Arbeit” T-Shirt an hatte. Jetzt war ich in einem kleinen Dilemma. Irgendwie wollte ich nicht wirklich gleich darauf wieder diesen beiden begegnen, aber irgendwie wollte ich auch nicht über den Bachweg laufen.

    An dieser Stelle ein kleiner Exkurs für Nichtortsansässige! Wichtig! Es gibt zwei Wege von Gaas nach Kulm. Den einen auf der Bergseite von der Hauptstraße und den einen auf der westlichen Seite des Baches Rodling. Denn auf der linken Seite gibt es zwar auch einen Weg, aber der ist nicht durchgehend. Also wenn man von Kulm kommt, auf der rechten Seite. Auf der RECHTEN Seite. AUF DER RECHTEN SEITE! R E C H T S!

    Kurzerhand entschied ich mich dafür, es einmal über den Bachweg zu probieren, da ich ein Menschenfeind bin und schon gar nichts mehr hasse, als wenn mir beim Joggen mit MP3-Player Leute begegnen und außerdem wär’s einmal eine willkommene Abwechslung.

    Also lauf ich rüber zur Rodling. Da kommt die Brücke, da ich auf der rechten Seite keinen Weg sehe (der Weg fängt erst 100 Meter später an) und auf der linken Seite ein kleiner Weg geht nehme ich denk linken. Also laufe ich links von der Rodling (!). L I N K S (nicht zu verwechseln mit rechts).

    Ich war in meinem Element. Der Weg war schön, am Anfang sogar asphaltiert und es lief prima. Plötzlich sehe ich vor mir, dass der Weg eine Linkskurve einschneidet, also weg vom Bach. Zuerst stutze ich ein wenig, dann denke ich mir: ‘Der wird doch bald Richtung Gaas abbiegen.’ Also laufe ich weiter. Mittlerweile auf weniger gutem Weg, bis es nur mehr ein Trampelpfad in der Wiese ist. Stellenweise mit Wasserlacken, mit denen habe ich es echt schwer, mein Tempo zu halten. Endlich sehe ich, dass wieder ein Schotterweg beginnt und denke mir nur, dass ich sofort bei der nächsten Abbiegung nach rechts Richtung Gaas laufen werde. Doch derweilen ist nur ein Maisfeld rechts und ich kann nur eine kleine Einbuchtung in ein paar Hundert Meter Entfernung sehen. Nach diesen paar hundert Metern sehe ich, dass es wirklich nur eine Einbuchtung und kein Weg war und ich laufe weiter. Nach 5 Minuten biegt der Schotterweg nach links ab. (Also in die entgegenesetzte Richtung). Neben ist ein kleiner Hügel, als ich auf ihn steige, sehe ich im Umkreis nur ein riesiges Maisfeld und halb wütend, halb resiginierend kehre ich den Rückweg an.

    Wieder den langen Schotterweg entlang, wieder über den Trampelpfad mit den, unter Gräsern versteckten Wasserlacken. Erschöpft komme ich wieder zur Rodling zurück und bleibe kurz stehen und denke nach. Soll ich jetzt zurück zur Brücke laufen, und den rechten Weg nehmen oder soll ich den schlechten Trampelpfad auf der linken Seite der Rodling weiterlaufen. Völlig außer Atem kann ich kaum nachdenken, mir fällt nur dunkel der Gedanke ein, dass es doch auch auf der linken Seite einen Weg gibt, nur dass dieser nicht durchgehend ist. Kurzerhand entscheide ich mich für das Weiterlaufen auf der linken Seite, schließlich würde es doch mittlerweile auch knapp mit der Zeit werden. (Blöderweise hatte ich keine Uhr dabei). So, dieser “Trampelpfad”, der diesen Ausdruck gar nicht verdient hat, war mehr eine Wiese als sonst was. Und dieser verdammte “Weg” biegt doch tatsächlich nach 200 Metern nach links ab, weg vom Bach. Ich, nur noch an die Zeit denkend, folge bereitwillig. Mittlerweile wird der Trampelpfad zur ausgewachsenen Wiese mit Gräsern und Brennnesseln über einen halben Meter, auf der linken Seite ein Feld und auf der rechten, Richtung Gaas, nur riesiges Gebüsch, unüberwindbar. Auf dem Weg sind kaum noch Spuren menschlichen Betretens zu erkennen. Und dann plötzlich Aus. Ich stehe vor einem Baum und dahinter ein riesiges Maisfeld.

    Jetzt stellt sich folgende Situation. Ich, weiß nicht wie spät, auch kein Zeitgefühl, will nur noch schnell nach Hause, denke nicht daran, diese arge Wiese mit ihrem hohen Gewächs zurück zu laufen und noch mehr Zeit zu verlieren. Was tue ich?

    ‘Da muss doch irgendwo ein Weg sein, vielleicht gleich hinter dem Maisfeld.’
    Also laufe ich Intelligenzbestie in meinem Wahn doch tatsächlich in dieses Maisfeld hinein. Natürlich immer am Rand, wo ich nichts außer meterhohem Gebüsch sehe. Die Blätter fallen mir ins Gesicht, ich stelle schützend meine Hände vors Gesicht. Laufe also praktisch blind immer geradeaus. Noch dazu taub, weil ich noch immer den MP3-player drinnen hab, und der himmlische Gesang von Goldfrapp wohl der einzige Grund ist, wieso ich nicht durchdrehe. Also blind und taub in einem Maisfeld mitten in der Erntezeit….(Die drohende Gefahr brauche ich wohl kaum extra erwähnen)
    Und alles juckt von den Maisblättern, plötzlich wird der Boden weich und schlammig, und ich komme nur mehr mühsam vorwärts. Mein Lauftempo habe ich sowieso nicht mehr. Bis ich völlig erschöpft nur mehr gehe (da ich auch teilweise im Schlamm stecken bleibe). Noch dazu die unzähligsten Insekten, die in mir eine willkommene Abwechslung zum trüben Maisfeldalltag sehen. Tja, und dieses Maisfeld will nicht enden. Ich laufe, nein gehe immer weiter. Nach 10 Minuten ist das Maisfeld zu Ende. Und vor mir…. eine meterhohe Wand aus Gebüschen.

    Ich gebe auf. Ich will nicht mehr. Ich werde zu spät kommen. Zur Probe und zu allem und ich werde hier nicht rauskommen.

    Also zurück. Das riesige Maisfeld mit den juckenden Blättern und den stechenden Insekten und den tiefen Schlamm, die Turnschuhe schon voll mit Drecksklumpen. Wiederum nach 10 Minuten bin ich dann endlich wieder bei dem Baum wo ich das Maisfeld betrat. Und jetzt muss ich dann doch noch über diese Wiese-Trampelpfad-Mischlingsgeburt! Die Brennnesseln stechen.

    Und endlich. Endlich, nach einer Ewigkeit komme ich zum Ufer der Rodling. Ich habe nur noch die Zeit im Auge. Und denke nicht daran, 500 Meter zurück zu laufen. Der Bach ist normal keine 2 Meter breit, ein leichtes zum drüberspringen, doch komischerweise führt dieser kleine Drecksbach genau heute Hochwasser. Egal. Ich finde eine günstige Stelle, wo ein wenig Stroh über dem Wasser hängt. (Natürlich weiß ich, dass darunter Wasser ist, aber mittlerweile ist mir alles egal).
    Noch einmal halte ich inne, fühle tastend mit den Fußspitzen die Konsistenz des Strohs, es wird untergehen. Egal.

    Ein wenig Anlauf, ich springe, und der Fuß taucht unter, aber immerhin habe ich den Rest gerettet. Und da ist dann doch endlich der rechte Weg, Mit einem nassen Fuß plus Schuh und dreckigen Füßen laufe ich weiter nach Hause. Und laufe mit der Schnelligkeit, als würde es um mein Leben gehen, obwohl ich doch schon k.o. bin.
    Und ohne jeglicher Logik komme ich doch tatsächlich um 6 Uhr nach Hause. Unglaublich, es war wohl die längste Stunde meines Lebens.

    Topics: Geschichten, blablabla... |

    Comments