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    Helsinki-Syndrom.

    By Der Spangenmensch | November 13, 2008

    Nach was streben wir?

    Unsere Genussgesellschaft strebt nach…. Genuss!

    Aber mittlerweile wissen wir gar nicht mehr was Genuss ist. Wir laufen von einem Event zum anderen. Wir gehen schnell ins Kino, dann weiter zu ner Party, wo wir damit beschäftigt sind, schnell was zu trinken um unsere Scham zu verlieren, und dann vielleicht auf die Tanzfläche gehn und ein Mädchen anbraten. Und das ist für euch alle Genuss? Na sicha, für mich auch. Schnell was vom Mäcci holen. Alles was schnell geht, ist Genuss.
    Wir haben die Genusssucht erreicht! Uns gehts nicht um den Genuss, uns gehts ums Ereignis.
    WIr gehen nicht 3x die Woche Party machen, weil es uns spaß macht, sonder weil es 3x ist!

    Was ist Genuss?
    Mit einem Bier in der Hand auf der Couch kann man wirklich gut abschalten, die Musik aus der Box genießen. Sowas tut sich doch keiner mehr an.

    Und ich prangere die Gesellschaft an, in der ich als Musterknabe gelte. Ich bin der Inbegriff der Genussgesellschaft. Mir geht es mit dem Betrinken nicht schnell genug.

    Ich kann nicht einmal mehr Fernsehen sehen, weil es mir zu langatmig ist, doch dabei ist doch as Fernsehen das Medium, mit der schnellen Information. Doch gezielt eingesetzt ist das Internet noch schneller. Ich schaue mir Youtube-Videos an, um die Kurzweil zu überbrücken. Videos, die länger als 2 Minuten dauern, werden sofort weitergeklickt. Essen muss schnell sein, nicht gut. Fertiggerichte sind zu langwierig für mich, ich kauf mir lieber gleich einen Kebap am Stand. Musik hör ich mir nicht ganz an. Ich schau im Internet nach, welches Lied am interessantesten ist, und hör mir dieses an, und dann gleich die nächste Band. Filme seh ich mir nur so lange an, bis sie mir fade werden. Und überhaupt jegliche Tätigkeit wird innerhalb von Sekunden fade.
    Ich chatte übers Internet mit 5 Freunden gleichzeitig, weil mit einem allein mir zu langweilig und langwierig erscheint. Ich komme kaum zur Ruhe. An ein Bad ist nicht zu denken, schnell unter die Dusche, schnelles Zähne putzen, schnelle Nachrichten information, über teletext. Da steht das wichtigste kurz und pregnant drinnen. Wo ist mein Leben hin?

    Ich bin der Genusssucht verfallen! Ich will immer mehr und mehr, und vergesse dabei das grundsätzliche, nämlich das genießen. Ich bin eine Geißel der Genussgesellschaft. Und ich liebe es. Ja, ich liebe diese Genussgesellschaft, genauso wie ich sie hasse. Das Internet ist für die einen ein Segen, für die anderen ein Graus. Es gibt bereits jetzt Hunderttausende Internetsüchtige, dabei gibt es das Internet erst seit über 10 Jahren. Keine andere Droge hat so eine Erfolgsgeschichte, und die Zahlen steigen laufend. Welche Droge hat es innerhalb von 10 Jahren zu seiner Weltmacht geschafft? Tabak, Alkohol, all jene haben über Jahrzente und Jahrhunderte gebraucht, bis sie sich etabliert haben.
    Natürlich, wir haben schnellere Zeiten, also auch eine schnellere Suchtentwicklung.

    Und wer schaut auf den Genuss? Was kann man heute noch genießen?

    Welchen Preis bezahlen wir für den Luxus, den wir haben, in dem wir alles haben können? Aber was nützt einem alles, wenn man es nicht genießen kann?

    Ich kenne Menschen die die Hälfte Zeit, die sie an ihrem PC sitzen, damit verbringen um ihn zu verbessern und um Software zu installieren, oder einzurichten, nur um etwas machen zu können, was sie ja eigentlich gar nicht brauchen.

    Topics: Gedanken, blablabla..., computer |

    One Response to “Helsinki-Syndrom.”

    1. bahoolala Says:
      November 13th, 2008 at 15:03

      ich würd unsre gesellschaft eher als konsumgesellschaft bezeichnen und das streben nach genuss ist eher das streben nach glück (nein ich will nicht auf den film anspielen), es geht einfach alles viel zu schnell das leben ist nichts andres mehr als angebot und nachfrage…und ohne liebe habt ihr nur noch eure autos!

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